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Wann rollt der Ball im Amateurfußball wieder? Wann und vor allem wie geht es nach mehr als drei Monaten Pause endlich weiter? Im Interview Ă€ußert sich PrĂ€sident Matthias Schöck zum Stand der Dinge im WĂŒrttembergischen Fußballverband.
Wann geht es mit dem Amateurfußball weiter?
„Wir alle vermissen den Fußball schmerzlich und umso schwieriger ist es, folgende Wahrheit zu akzeptieren: Es gibt aktuell leider (noch) keine klare Antwort auf diese Frage. Zwar sinkt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland und auch in Baden-WĂŒrttemberg seit Kurzem, die Lage ist und bleibt jedoch angespannt. Bund und LĂ€nder haben sich darauf geeinigt, den Lockdown zu verlĂ€ngern und sogar zu verschĂ€rfen. Ob und wann es zu Öffnungen kommt, ist nicht absehbar, eine verlĂ€ssliche Prognose ist angesichts der Pandemie-Dynamik schlichtweg nicht seriös zu treffen. Wie in anderen Lebensbereichen gilt daher ebenso fĂŒr den Amateurfußball: Abwarten, auch wenn es schwerfĂ€llt.“
Ist es noch realistisch, die Spielzeit 2020/21 voll zu Ende zu bringen?
„Oberstes Ziel ist und bleibt, die Saison zu einer möglichst gerechten sportlichen Wertung zu fĂŒhren und Auf- und Absteiger zu ermitteln. Grundkonsens bleibt dabei, dass eine faire Wertung im engen Zusammenhang damit steht, möglichst viele Spiele auszutragen – ohne die Vereine mit unrealistischen und ĂŒberfordernden SpielplĂ€nen zu konfrontieren. Maßgeblich fĂŒr die zur VerfĂŒgung stehenden Optionen sind die noch verbleibenden Spieltage und die jeweiligen StaffelgrĂ¶ĂŸen. Das Absolvieren einer kompletten Hin- und RĂŒckrunde ist insofern ehrlicherweise fĂŒr die meisten StaffelgrĂ¶ĂŸen bereits zum jetzigen Zeitpunkt als unrealistisch bzw. nicht zumutbar zu betrachten.“
Welche alternativen Modelle gibt es?
„Bereits vielfach diskutiert ist die sicherlich spannende Option, eine Staffel nach komplett absolvierter Hinrunde in eine Auf- und Abstiegsrunde einzuteilen. In diesem Szenario wĂŒrde sich die Anzahl der RĂŒckrundenspiele bei einer StaffelgrĂ¶ĂŸe von 18 Mannschaften beispielsweise von 17 auf acht Spiele reduzieren. Zugegebenermaßen benötigt man eine große Portion Optimismus, um zum jetzigen Zeitpunkt an diese Variante zu glauben. Sollten sich auch Auf- und Abstiegsrunden als zeitlich nicht durchfĂŒhrbar erweisen, verfolgen wir als realistisches Minimalziel den sportlichen Abschluss der Hinserie.
Eine konkrete Aussage ĂŒber den Fortgang ist jedoch nicht möglich und auch nicht sinnvoll, solange kein verlĂ€sslicher Termin fĂŒr die Wiederaufnahme im Raum steht. Zu berĂŒcksichtigen ist bei der Terminierung einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs zudem eine ausreichende Vorbereitung von mindestens zwei bis drei Wochen, wie vielfach seitens der Bezirksvertreter gewĂŒnscht.“
Wer entscheidet, ob und wie es mit der Saison weitergeht?
„Alle genannten Optionen und die dahinterstehenden TerminplĂ€ne werden laufend mit allen Beteiligten besprochen. Beispielsweise wurden die Meinungen der Vereine im Rahmen von Videokonferenzen mit den Bezirksspielleitern und Bezirksvorsitzenden eingeholt. Auf Basis dieses Dialogs sowie der sich verĂ€ndernden Gegebenheiten werden die Szenarien und ZeitplĂ€ne laufend angepasst. Der wfv-Beirat wird sich rechtzeitig mit einem spieltechnisch sowie rechtlich abgestimmten Vorschlag der Experten beschĂ€ftigen und alle notwendigen Vorbereitungen dafĂŒr treffen, konkrete PlĂ€ne fĂŒr jede denkbare Variante bereitzuhalten. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unsere Vereine und Mitarbeiter*innen bis Ende Februar ĂŒber die Ergebnisse der laufenden Beratungen zu informieren.“
Steht ein Saisonabbruch zur Diskussion?
„Eine Diskussion ĂŒber einen vorzeitigen Saisonabbruch, wie sie andere LandesverbĂ€nde teilweise fĂŒhren, halten wir derzeit fĂŒr verfrĂŒht. Uns ist bewusst, dass die Unsicherheit fĂŒr alle Beteiligten unbefriedigend ist. Wir stehen jedoch in der Verantwortung gegenĂŒber unseren Vereinen, eine sportliche Wertung der Meisterschaftsrunden zu ermöglichen, solange dies zumutbar erscheint. Zum jetzigen Zeitpunkt einen Abbruch in den Raum zu stellen, widerspricht dieser Verantwortung. Wir sind mit unserem Prinzip, auf Sicht zu fahren und flexibel zu bleiben, bisher gut gefahren. GĂ€nzlich ausschließen lĂ€sst sich ein Saisonabbruch aber natĂŒrlich nicht.“
Ist der wfv auf eine vorzeitige Beendigung oder gar einen Abbruch vorbereitet?
„In einer vorlĂ€ufigen OrdnungsĂ€nderung hat der wfv-Beirat bereits im Juli 2020 vorgesorgt und das Vorgehen skizziert, sollte die Meisterschaftsrunde nicht wie geplant ausgetragen werden können. Im Falle höherer Gewalt kann der Beirat beispielsweise beschließen, dass eine nicht vollstĂ€ndig abgeschlossene Meisterschaftsrunde auf Grundlage der Quotienten-Regelung gewertet wird und so direkte Aufsteiger, ggf. direkte Absteiger sowie Platzierungen, die zur Teilnahme an Aufstiegsspielen berechtigen, ermittelt werden. Wir wĂ€ren also vorbereitet, tun aber alles dafĂŒr, eine Entscheidung ĂŒber Auf- und Abstiege so weit wie möglich auf dem Fußballplatz zu treffen.“
Wie geht es nun weiter?
„Am 14. Februar ist die nĂ€chste Bund-LĂ€nder-Konferenz geplant. Damit verbunden ist die Hoffnung auf eine Lockerung der Maßnahmen, so dass die Wiederaufnahme von Training und Spielen nĂ€her rĂŒckt. Maßgeblich fĂŒr die Entscheidungen der Politik wird weiterhin sein, wie sich die Anzahl der Corona-Neuinfektionen und andere wichtige Kennzahlen in den kommenden Wochen entwickeln. Bis dahin bleiben uns allen besonders zwei Dinge zu wĂŒnschen: Geduld und vor allem Gesundheit!“
www.wuerttfv.de
 
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