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Dienstagswort Der Lacrosse-Spieler Alexander Frey über die Chance, Deutscher Meister zu werden
Seine sportliche Karriere hat Alexander Frey einst als Fußballer in der Jugend des SV Vaihingen begonnen. Dort spielte er auch ein Jahr lang bei den Aktiven in der Bezirksliga. Vor gut 15 Jahren hat der Möhringer dann aber die Sportart gewechselt. Statt Fußball spielte er fortan Lacrosse. Und das erfolgreich. 2013 wurde er mit dem ABV Stuttgart deutscher Meister, er war Bundesliga-Torschützenkönig und nahm als Nationalspieler sogar an einer Weltmeisterschaft teil (2010 in Manchester). Am kommenden Wochenende spielt der mittlerweile 36-Jährige mit den Degerlochern in Dortmund erneut um den Titel des nationalen Meisters. Über die Erfolgsaussichten spricht er im Interview.
 
Alexander FreyHerr Frey, was ist für Ihre Mannschaft im Ruhrgebiet möglich?
Wir sind unter den vier qualifizierten Teams sicherlich nicht der ganz große Favorit. Diese Rolle würde ich eher den Hamburgern oder unserem Halbfinalgegner Rot-Weiß München zuschreiben. Ich würde uns aber auch nicht als chancenlos sehen. Wir sind ein gefährlicher Außenseiter.
Der dann wie schon 2013 erneut deutscher Lacrosse-Meister werden kann?
Ich würde es zumindest nicht komplett ausschließen, wenn wir zwei gute Spiele erwischen und alles passt. Auch damals haben wir uns von Spiel zu Spiel gesteigert und die höher gewetteten Konkurrenten überrascht. Unser Saisonziel haben wir mit dem Erreichen der Play-Offs schon erreicht und nun mit dem Einzug in die Endrunde sogar übertroffen.
Warum ist diese Überraschung gelungen?
Das weiß ich selbst nicht so ganz genau. Wir befinden uns eigentlich seit zwei Jahren in einem personellen Umbruch. Ein Großteil unserer erfahrenen Kräfte aus meiner Generation hat aufgehört, von unserem aktuell 19-köpfigen Kader werden acht Spieler zum ersten Mal bei einer deutschen Endrunde dabei sein. Wenn die Entwicklung der Talente so weitergeht, werden wir spätestens in zwei oder drei Jahren wieder sehr ernsthaft um die nationale Krone mitmischen können.
An welchem Punkt Ihrer Karriere befinden Sie sich gerade?
Meine eigene Laufbahn neigt sich dem Ende entgegen. Ich bin ja schon 2014 aus der Nationalmannschaft ausgeschieden und habe im Verein in diesem Herbst und Winter kaum noch trainiert. Im Frühjahr habe ich noch einmal die Zügel angezogen, weil meine Routine und mein Rat bei meinen jüngeren Kollegen immer noch gefragt ist. Mittlerweile allerdings nicht mehr als Torjäger, sondern im offensiven Mittelfeld.
Ganz vom Lacrosse können Sie also nach wie vor nicht lassen?
Nein, ich liebe die Dynamik und die Komplexität dieser Sportart zu sehr. Allerdings nimmt die eigene Aktivität auf dem Feld zwangsläufig ab. Ich gehöre mittlerweile bei uns im Verein und auch bei der Frauen-Nationalmannschaft zum Trainerstab. Außerdem habe ich inzwischen die weltweit höchste von vier möglichen Schiedsrichterlizenzen und bin so auch als Unparteiischer gefordert.
In dieser Funktion wartet demnächst noch ein Höhepunkt auf Sie . . .
Richtig. Zwei Wochen nach der deutschen Endrunde geht es zur Weltmeisterschaft nach Israel. Ich war bei der EM 2016 in Budapest erstmals für ein internationales Großereignis als Schiedsrichter nominiert und muss wohl überzeugt haben. Die Spiele der Top-Nationen wie die USA, Kanada und Australien werde ich in Netanya aber wohl eher nicht pfeifen dürfen. Ein paar schöne Einsätze erhoffe ich mir trotzdem.
 
Das Gespräch führte Harald Landwehr
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